Boule- und Pétanque – mehr als nur ein Spiel

01. Mai 2013

Dass Boule und Pétanque viel mehr ist als ein reines Geschicklichkeitsspiel zeigt der Burgthanner Boule-Verein. Fritz Körber und SPD-Bezirkstagskandidat Michael Groß würdigen bei ihrem Besuch die Bedeutung für die deutsch-französische Partnerschaft.

Beeindruckt zeigten sich der Schwaiger Altbürgermeister und SPD-Bezirksrat Fritz Körber sowie der Bezirkstagskandidat Michael Groß bei ihrem Besuch des Boule und Pétanque Vereins in Burgthann. Rainer Spitzenpfeil, erst vor Kurzem wieder zum Vorsitzenden des Vereins gewählt, zeigte seinen Besuchern, dass das aus Frankreich stammende Geschicklichkeitsspiel viel mehr ist als nur ein geselliges Zusammenspiel. „Bei uns treffen sich regelmäßig zahlreiche Boule- und Pétanquefans nicht nur um zu spielen, sondern vor allem um soziale Kontakte zu pflegen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen - und das über die Grenzen Deutschlands hinaus.“

Dass mit der Arbeit des Burgthanner Vereins ein wichtiger Teil zur deutsch-französischen Freundschaft beigetragen wird, heben Körber und Groß bei ihrem Besuch besonders hervor: „Menschen, die bisher mit Frankreich keinerlei Berührungspunkte hatten, lernen über das Boule und Pétanque spielen Land und Leuten kennen und verstehen. Für die jüngeren Spieler sind solche gegenseitigen Besuche nichts Ungewöhnliches – die Älteren aber wissen, dass ein derart freundschaftlicher Umgang beider Länder vor mehreren Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen ist.“

Gemeinde- und Städte-Partnerschaften sind wichtige Voraussetzung für gutes Miteinander in Europa

Fritz Körber betonte wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Vergangenheit aufrechtzuerhalten: „Erinnern hat immer etwas mit Zukunft, mit Partnerschaft und Völkerverständigung zu tun. Und es liegt an jedem Einzelnen, seinen Beitrag dazu zu leisten. Hier im Verein findet die Basisarbeit statt.“ Denn ohne die kleinen Schritte auf Vereins- und kommunaler Ebene wären die großen Sprünge in der Bundes- und Europapolitik gar nicht möglich, erklärte Körber weiter. Wie wichtig eine Partnerschaft ist, zeigt sich vor allem in Notsituationen. Körber erinnerte an das Jahr 1999, als ein Orkan über Frankreich fegte und zahlreiche Ortschaften, darunter auch die Burgthanner Partnergemeinde Chateauponsac, schwer beschädigte. Innerhalb von kürzester Zeit wurde 250 Feuerwehrleute, darunter auch zahlreiche Burgthanner organisiert, um den Franzosen zu helfen.

„Partnerschaft und gemeinsames Boulespielen ist also viel mehr als nur feiern“, erklärte auch der SPD-Bezirkstagskandidat Michael Groß: „Gemeinde- und Städtepartnerschaften sind eine wichtige Voraussetzung für ein auf Dauer gutes Miteinander der europäischen Nationen. Offenheit für andere Kulturen sind aber nicht nur Bedingung für den Frieden, sondern helfen auch bei ganz konkreten Problemen. Z.B. kann auf diesem Wege ernsthaft daran gearbeitet werden, den Fachkräftemangel bei uns auszugleichen. Es ist wichtig, viel mehr als bisher ausländische Bildungsabschlüsse anzuerkennen – zum Beispiel im Pflegebereich sind wir auf Unterstützung von außen angewiesen. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden uns mittelfristig hunderttausende Pflegekräfte fehlen“.

Der Burgthanner Boule- und Pétanqueverein wurde im Jahr 2000 gegründet und hat 80 Mitglieder. Während der warmen Jahreszeit wird im Freien gespielt – im Winter können Spielbegeisterte die Halle nutzen. Hier finden bis zu 48 Spielerinnen und Spieler Platz.

Boule in Burgthann
Anregendes Spiel mit bedeutendem Hintergrund: (v.l.n.r.) Martina Baumann, Jakob Brückner, Fritz Körber, Thomas Otto und Michael Groß beim Boule in Burgthann.

Text: Kerstin Pommereit, Foto: Privat