"Es begann im April 1971 ..." - Ehrungsmatinée für Fritz Körber

28. Mai 2014

SCHWAIG (ik) Sie wollte ihn nicht einfach so ziehen lassen, die SPD, seine Partei, in der und mit der Fritz Körber über vier Jahrzehnte seines Lebens verbracht hat. Deren Grundsatzziel, nämlich das Soziale im Lot zu halten, er auch zum Grundsatz seines Lebens machte. Am Ende seiner aktiven politischen Laufbahn – im Herbst 2013 schied er aus dem Bezirkstag aus- gab es dafür nun Dank. Parteifreunde und Wegbegleiter ehrten den langjährigen Vize, ehemaligen Schwaiger Bürgermeister und langjährigen AWO Vorsitzenden mit einer Abschiedsmatinee.

Politischer Erfolg, weiß Fritz Körber heute, ist eine Chance, verpackt in viel harte Arbeit. Den eigenen Zielen treu zu bleiben, aber auch neue Wege zu gehen, streitbar zu sein, wenn nötig, aber immer auch gesprächsbereit- das sind die Pole, innerhalb derer sich der gebürtige Nürnberger in 43 Jahren politischer Arbeit bewegt hat. Er kämpfte im Bezirkstag für die Rechte von sozial Schwachen und dafür, dass das Herz zwischen den Aktendeckeln stets sichtbar blieb. Er war Kommunalpolitiker mit Leib und Seele, war SPD Unterbezirksvorsitzender, saß seit 1974 im Schwaiger Gemeinderat, und leitete die Geschicke der Gemeinde sechs Jahre als Bürgermeister mit allen damit verbundenen Anforderungen. Als langjähriger AWO-Vorsitzender für Schwaig-Behringersdorf kümmerte er sich jahrzehntelang um Kindererholung und darum, dass Begegnungen miteinander das Gemeindeleben belebten. Aussöhnung, Partnerschaft und Hilfe für die Ärmsten blieben dabei sein ureigenstes Anliegen.

Wenn es um die Notwendigkeit von bestimmten Dingen geht, stand für den überzeugten Sozialpolitiker nie außer Frage, muss man kämpfen. Die Demo von mehr als 500 Rollstuhlfahrern vor dem Bezirkstag in Ansbach, die er gemeinsam mit Caritaschef Michael Groß 2011 auf den Weg brachte, um Sparbeschlüsse zu verhindern, war so eine Sache. Es gab aber auch Zeiten, in denen Körber mit seiner Partei haderte und die Wege Gabelungen hatten. Die Affäre um den Wertpapierskandal FÜW 1997, in der er als Bezirkstagsvize mit einem Misstrauensantrag der eigenen Genossen konfrontiert war, war so eine, in der ihm Familie und enge Freunde halfen, die Tage zu durchstehen. Dennoch habe er an der Tatsache, dass man mit der Politik die Gesellschaft zum Besseren gestalten kann, nie gezweifelt, sagt Körber. Mit diesem Recht und Privileg umzugehen, weiß er heute, ist oft viel schwieriger, als die damit verbundenen Pflichten zu bewältigen.

Dabei strahlte Fritz Körber, das wird in den Laudatios – unter anderem danken ihm die Unterbezirksvorsitzende Martina Baumann und die stellvertretende Bürgermeisterin von Schwaig Brigitte Zepf- deutlich, immer Optimismus aus, schaffte es, andere für seinen Ideen zu begeistern. Dies gelang ihm auch deshalb, weil er sich neben dem politischen Geschäft Aufgabenbereiche suchte, in denen er ganz konkret vor Ort die Welt verbessern und Menschen glücklich machen konnte. Manche, wie das Bemühen um die Partnerschaft mit Oradur ergaben sich fast selbstverständlich aus der Vita des Kriegskindes. Andere wie das Engagement für die AWO aus seiner Tätigkeit im Sozialamt in Nürnberg und seiner über dreißigjährigen Verantwortung im Sozialausschuss des Bezirks Mittelfranken. In der Öffentlichkeit vor allem wahrnehmbar und prägnant ist seine Charkiv Hilfe, an die auch Laudator Herbert Hofmann, ein enger Freund aus Unterbezirkszeiten und wie Körber Träger des Bundesverdienstkreuzes, erinnert. Ein komplettes Hospiz und zwei Armenküchen hat Körber in den zwei Jahrzehnten seines Engagements dort errichtet, mehr als 1900 Krankenbetten in das nun vom Bürgerkrieg gebeutelte Land geschafft – eine stolze Bilanz und ein Engagement, so formuliert es sein Freund und Landesvorsitzender der AWO, Thomas Beyer, „das immer aus dem Innersten“ herausgetragen war. Oder anders formuliert: „Praktizierte Nächstenliebe“.

Doch Körber wäre nicht Körber, wenn er am Ende nicht mahnen würde und den Jüngeren in seiner Partei eine Botschaft mit auf den Weg geben wollte. Gesellschaft und Politik, so ist er sicher, brauchen nicht nur Pragmatiker, die den Erfolg von Maßnahmen schon vorab kalkulieren. Sondern vor allem Optimisten und Visionäre, die Begeisterung wecken und positive Orientierung geben. Selbstkritisch, entschlossen und realistisch, aber auch mutig und nach vorne gerichtet, wünscht er sich deshalb die Politik der Zukunft. Sie dürfe nicht von Macht, sondern müssen von Inhalten geleitet sein.

Im September wird er 75, schon deshalb will es Fritz Körber nun ein bisschen ruhiger angehen lassen und der Familie und seiner Ehefrau Inge, die ihn in den vergangenen Jahrzehnten unterstützten, aber oft auch zurückstecken mussten, mehr Zeit widmen. Dass er den Politikbetrieb dennoch weiter verfolgen und nicht nur als Ehrenvorsitzender der Bezirkstagsfraktion mit Rat und Tat begleiten wird, daran lässt er keinen Zweifel. „Aber ich mache es nach meinem Kalender und nicht mehr nach dem Kalender der anderen“.

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